Geschichte Ipsheims

Die Geschichte Ipsheim ist eng mit der Burg Hoheneck verknüpft. Die Burgherren der Hoheneck boten Schutz und Arbeit, aber auch Grund zu Auseinandersetzungen, in denen dann der Ort am Fusse der Burg Hoheneck immer wieder miteinbezogen wurde und nicht selten Plünderungen und Brandschatzung in Kauf nehmen musste.

Von der Steinzeit bis zum Geburtstag

Die ersten Spuren in Ipsheim und der Ortsteile Bühlberg und Eichelberg gehen vermutlich auf eiszeitliche Jägernomaden zurück, die nicht lange blieben. In der Jungsteinzeit (ab etwa 3000 vor Chr.) beginnt der Mensch in unserer Gegend seßhaft zu werden und in der Nähe der Ipsheimer St. Johanniskirche werden Spuren einer Siedlung aus dieser Zeit entdeckt.  Ab ca. 450 v. Chr. lebten die Kelten in der Region und sie waren es vermutlich auch, die dem Fluß Aisch, nachdem das Aischtal benannt ist, seinen Namen gaben. Etwa um die Zeitenwende tauchten die Germanen in der Gegend auf.

Ab 500 nach Chr. rückten die Franken immer näher und ein königlicher Gefolgsmann mit Namen Ippeto gründete um 600 nach Christus eine kleine Ansiedlung, die Ippetesheim genannt wurde. Die erste urkundliche Erwähnung Ipsheims fand allerdings erst im Jahre 1189 statt, was heute deshalb auch als Geburtsjahr Ipsheims angesehen wird, obwohl es wahrscheinlich schon ein paar Jahrhunderte älter ist.

Mittelalter und der 30-jährige Krieg

Im 13. Jahrhundert geht Ipsheim an die Burggrafen von Nürnberg und bleibt da nahezu 600 Jahre lang. In dieser Zeit, im Jahre 1278 erlangt Ipsheim dann auch sein Marktrecht als Dank für den tapferen Einsatz in der Schlacht gegen König Ottokar von Böhmen. Die Pest suchte Mitte des 14. Jahrhunderts und nocheinmal im 15. Jahrhundert die Region heim und man geht davon aus, dass ihr mehr als ein Drittel der Bevölkerung zum Opfer fiel. In dieser und den folgenden Jahren zogen mehrere territoriale Auseinandersetzungen übers Land und den Ort. In den Markgrafenkriegen, dem Bauernkrieg und schließlich dem 30-jährige Krieg  wurde Ipsheim und die umliegenden Orte mehrfach in Mitleidenschaft gezogen: es wurde gemordet, geplündert und niedergebrannt. Danach versuchten die Ipsheimer immer wieder den Aufbau. Die Zeiten waren sehr schwer. Trotzdem gab die von Hunger und Seuchen geplagte Bevölkerung  nicht auf.

Die Zeit danach bis zum zweiten Weltkrieg

Auch in den folgenden Jahrhunderten herrschten Hungersnöte und Kriege, die die Ipsheimer immer wieder zurückwarfen. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts verleibten sich die Franzosen kurz Franken ein, und damit auch Ipsheim, bevor Franken dann im Pariser Vertrag 1810  an Bayern weitergegeben wird. Von dieser Zeit an bis zum 1. Weltkrieg konnte sich Ipsheim wieder etwas erholen. Vereine wurden gegründet, eine Bahnstation und eine Post eröffnet. Ende des 19. Jahrhunderts setzt mit der Industrialisierung die Landflucht ein. Ins 20. Jahrhundert startet Ipsheim mit ca. 700 Einwohner. Der erste Weltkrieg brachte wieder erneut Menschenopfer, 76 im heutigen Gemeindegebiet. Im “Dritten Reich” waren die Nationalsozialisten auch in Ipsheimer stark vertreten. Die Burg Hoheneck wurde von der Reichstierärztekammer als Schulungsburg für Süddeutschland eingesetzt. Natürlich gab es auch hier einige Gegner, offene Oppposition wagte aber niemand. Im 2. Weltkrieg starben dann wieder (inkl. Vermissten) 104 Soldaten im Einsatz oder dessen Folgen und die anfängliche Begeisterung für die Nationalsozialisten sank zusehens.

Die Zeit bis heute

Im Gegensatz zu den Städten wie Nürnberg blieb im 2. Weltkrieg die Infrastruktur des Ortes im wesentlichen erhalten. In der Nachkriegszeit kamen aber viele Flüchtlinge und Vertriebene in die Dörfer, die untergebracht und versorgt werden mussten, was nicht immer leicht war. In den Folgejahren erholte sich der Ort wieder und auch das Vereinsleben kam wieder in Gang.  Die Ortsteile Ipsheim, Eichelberg, Kaubenheim, Mailheim und Oberndorf schlossen sich im Rahmen der Gebietsreform 1978 freiwillig zusammen. 1983 startete die Weinbergsflurbereinigung in den Ipsheimer Weinbergen und bereitete den Weg Ipsheims als Weinort. Die Weinlagen am Fuße der Burg Hoheneck wurden angelegt, 28,5 ha neue Rebfläche ist entstanden.  In den folgenden Jahren erblüht Ipsheim wirtschaftlich. Verbunden mit dem Weinanbau, dem beginnenden Tourismus und natürlich der langen Friedenszeit hat die Ipsheimer Bevölkerung nun endlich Gelegenheit ein wachsendes, blühendes Ipsheim zu schaffen.

 

Noch mehr zur Geschichte Ipsheim erfahren Sie im Überblick unter www.ipsheim.de und detailliert in den beiden Chroniken Ipsheims von Christian Rückert “Ipsheim – Chronik eines fränkischen Dorfes” und im Ergänzungsband von Susanne Klarmann “Ipsheim – Chronik eines fränkischen Dorfes von 1989 bis 2014″, erhältlich im Rathaus Ipsheim.